Erik Fish - Zwilling

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Ewig treibt die Frage mich,
darf ich? Will ich? Kann ich oder nicht?
Grinsend zeigt sich mein Dämon,
der mich quält, so lange schon.
Heute böse, morgen gut.
Schwarz und weiß, es steht mir beides gut.
Denn ich bin ja nie allein.
Ich bin Abel, ich bin Kain.
Manchmal steh ich neben mir
und schrei mich an.
Wie es möglich ist,
dass ich zweimal in mir leben kann.
Wohnen doch zwei Seelen auch in meiner Brust.
Und die eine will nicht,
was die andre tuen muss.
Ratlos sehen Freunde mich.
Ist er's oder ist er's nicht?
Denn ich weine oder lache
ganz danach, als was ich erwache.
Heute traurig, morgen froh.
Schwarz und weiß, es ist nun einmal so.
Denn ich bin ja nie allein.
Ich bin Abel, ich bin Kain.
Manchmal steh ich neben mir
[...]
So fürchte ich mein Spiegelbild,
weil es so anders ist als ich.
Hasse mich.
Liebe mich.
Weil mir schwarz und auch weiß niemals gilt.
Denn ich kann mich nicht vereinen.
Muss beim Lachen Tränen weinen.
Fühle Liebe, fühle Hass.
Beides wild und ohne Maß.
Heute Hoffnung, morgen tot,
Schwarz und weiß, das ist mein täglich Brot,
Denn ich bin ja nie allein.
Ich bin Abel und auch Kain.
Manchmal steh ich neben mir




Als ich diesen Song das erste Mal hörte, musste ich sofort weinen. Man mag es kaum glauben, aber solche Emotionen habe ich selten, wenn ich einen Song das erste Mal höre. Ich weine nicht so leicht, zwar bekomme ich schnell mal Gänsehaut und einen Kloß im Hals, aber hier kam alles zusammen. Der Grund dafür ist, dass jede einzelne Zeile mich ziemlich gut beschreibt.
Eric Fish sagt Folgendes zu seinem Song: Obschon ich in keiner Weise astrologiegläubig bin, komme ich mitunter nicht umhin festzustellen, dass die dem Sternbild ZWILLING zugeschriebenen Eigenschaften, meinem Sternbild, Teil meines Wesens zu sein scheinen.
Auch ich bin ein Zwilling, geboren am 13.06.1992 und mittendrin im Sternbild. Das spielt aber keine Rolle, auch ich bin nicht astrologiegläubig, aber Eric Fish beschreibt in diesem Song genau das, was in mir drin abgeht. 

Ich bin kein einfacher Mensch und mach es mir selbst auch nie einfach. Ich zu sein ist Fluch und Segen zugleich, denn in mir wohnen (mindestens) zwei Personen. Ich bin emotional sehr unbeständig und gleichzeitig in meiner Unbeständigkeit sehr eindringend, leidenschaftlich, ehrlich und fokussiert. Wenn ich hasse, dann hasse ich und zwar ohne Grenzen. Gleiches gilt für die Liebe - beides ohne Maß, ohne Schattierungen, sondern klar, deutlich und wahrhaftig.

In meinem "Realtalk" vor 6 Wochen auf Instagram (zu finden auf meinem Instagram Profil in den Highlights unter "Realtalk" und dann vorscrollen bis "Vor 6 Wochen") habe ich schon mal deutlich gemacht, was mir an einer Freundschaft wichtig ist. Für mich steht Loyalität z.B. an oberster Stelle. Das grenzt schon mal viele Menschen aus und deswegen habe ich auch nur eine Handvoll Freunde. Ich habe in den Jahren so viel über Menschen gelernt, dass ich mittlerweile kaum noch Menschen an mich und mein Inneres ranlasse. Nicht viele Menschen haben dieses Privileg. 


Ich zu sein hat aber auch seine Schattenseiten - immer dann, wenn ich mich selbst nicht steuern kann bzw die Kontrolle über mich verliere(n) (muss). Wenn mein Inneres wieder seine eigenen Spiele spielt und die Kontrolle über mich hat. Das kommt zum Glück immer seltener vor, weil ich gelernt habe mit meinem zweiten Ich umzugehen, aber es kommt noch vor. Das letzte Mal, als ich mit meinem zweiten Ich in Konflikt stand war letzte Woche. Es treibt mich nicht mehr so doll um, aber es beschäftigt mich und das wird es mein Leben lang. Seit ich das eingesehen und akzeptiert habe geht es mir viel besser. Mittlerweile liebe ich alle meine Fasetten und auch all meine Zweifelhaftigkeiten, alle meine zwielichtigen Dämonen in mir, alles was mich aus macht, denn ich weiß jetzt, wie besonders ich bin und das ist nichts Schlechtes, sondern eigentlich ziemlich cool! Jeder tränenreiche Tag ist ebenso schön, wie ein mit Lachen gefüllter Tag. Die zwei Seelen in mir tanzen mittlerweile zusammen und gehen nicht mehr mit dem Messer aufeinander los. So unterschiedlich sie sich auch sind, sie hassen sich nicht mehr sondern gehen ihre Wege, jedes einzeln für sich aber in der Gesamtheit dann doch zusammen.

Es raubt mir oft all meine Kräfte und ich brauche meine Zeit, um wieder aufzustehen aber ich habe so viele Quellen, aus denen ich Kraft tanken kann, dass es mittlerweile ein leichtes Spiel für mich ist. Ich kann mit allem viel leichter umgehen. 


Ich zu sein ist Fluch und Segen zugleich, aber eines weiß ich: Ich bin nie allein, denn in mir wohnen (mindestens) zwei Personen und mit denen klar zu kommen und beide immer bei Laune zu halten, ist eine Lebensaufgabe, welche mich nie langweilen lässt.

Meine wichtigste und schwerste Reise

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Über 20 Jahre schwirrte ich verwirrend durchs Leben. Ich habe nie B E W U S S T gelebt. Wie auch? Ich wusste nie so wirklich wohin ich gehöre, was mich ausmacht, welche Bedürfnisse ich habe und ein Urvertrauen zu mir selbst hatte ich auch nie. Ich empfand mich nie wirklich als wertvoll und war mir des Glückes auch nicht wert. Ich funktionierte nur, wollte es immer allen recht machen und vor allem wollte ich immer allen gefallen. Ich wusste ja auch nie, was ich selbst wollte. Deshalb konnte ich mich auch nie behaupten, denn das, was andere wollten, das würde schon seine Richtigkeit haben. Und so lebte ich nach den Regeln und Bedürfnissen anderer, aber nie nach meinen. Ich kannte meine nicht.

Heute weiß ich, woran es lag. Natürlich liegen die Ursachen im Elternhaus, in der Kindheit etc. Aber ich wusste nie, wie ich meine Erkenntnisse nun nutzen könnte. Ich wusste nichts damit anzufangen und wie ich diese Symptome nun bekämpfen könnte.




Ich erkannte, dass ich eine große Blockade zu meinem Inneren hatte. Ich vertraute mir zu wenig, als dass ich versuchte meine Stimme, ganz tief in mir zu hören. Mit dem Selbstvertrauen erlangen wir Selbstbewusstsein. Das wusste ich, aber irgendwie gelang es mir nie, zu mir selbst zu finden. Ich kann auch ehrlich gesagt nicht mehr genau sagen, wie ich es ganz konkret schaffte, diese Barriere in mir drin zu brechen. Es machte irgendwann "klick" und ich war offen und bereit für den Kampf gegen meine inneren Dämonen. Bewaffnet ging ich also in mich, mit jeder Menge Angst aber mit der nötigen Offenheit und Neugier. Ich glaube es fing wirklich mit dem Meditieren damals an. Durch das Meditieren lernte ich, mich immer mehr mir selbst zu öffnen. Ich lernte mich zu lieben, in dem ich mein inneres Kind traf und plötzlich liefen all die Dinge ab, die ich erreicht habe. Ich hatte mir selbst etwas vorzuweisen und konnte mir meine eigene Stärke beweisen.

Natürlich halfen viele Therapiestunden, mit und ohne Hilfe. Ich erkannte endlich die Intentionen und Verhaltensweisen der Menschen und meine eigenen. Ich spürte plötzlich, wer ich bin, welche Eigenschaften und Charakterzüge mich ausmachten. Ich lernte alles, was ich bin, positiv zu sehen und für alles, was mich ausmacht, eine Verwendung und einen Nutzen zu finden. Gewisse Schwächen empfand ich plötzlich als normal und ich hatte plötzlich einen ausgeprägten Verstand. Ich hatte nun kleine und Lebensziele. Ich wusste auf einmal ganz deutlich, was ich für mich in meinem Leben möchte und welchen Sinn alles hat.

Ich lernte loszulassen. Ich konnte plötzlich Menschen und alles gehen lassen, was mir Kraft raubte. Ich hatte plötzlich nur noch einen Blick für das Gute, Schöne, Tolle und Positive in meinem Leben. Ich lernte wahrhaftig zu lachen. Ich lernte mich zu verteidigen und für mich einzustehen, auch wenn ich mit meinen Ansichten alleine dastehen würde. Ich verstellte mich nicht mehr und wollte niemandem mehr außer mir selbst gefallen und wurde dadurch immer glücklicher.

Ich liebte mich irgendwann. Ich war es mir wert und erlaubte mir damit wertvolle Dinge, weil ich es wert war und immer bin, glücklich und liebenswert zu sein. Ich begann mich alleine mit mir selbst wohlzufühlen und nahm mir sogar ganz bewusst Zeit für mich alleine, weil ich jede Sekunde mit mir selbst genoss. Ich lernte mit mir selbst klarzukommen und klopfte mir öfter ganz bewusst auf die Schulter. "Gut gemacht. Du kannst auf dich stolz sein", hörte ich mich immer öfter sagen. Ich weiß nun immer ganz genau, wo meine Grenzen sind und steuere sofort dagegen, wenn mir irgendwas zu viel wird. Das konnte ich damals nicht. Ich hatte kein Vertrauen zu mir und es galt für mich als Schwäche, Grenzen zu haben, denn das galt immer als "aufgeben". So wurde es mir immer beigebracht. Gegen die, die mich dies lehrten, wird nun mit der nötigen Konsequenz immer wieder vorgegangen. Weil ich es mir wert bin!

Durch die Selbstliebe, begann ich auch automatisch irgendwann mein Äußeres zu lieben. Ich fühle mich sexy, schön, gutaussehend. Auch wenn ich wohl nicht dieser Pseudonorm entspreche. Jeden Zentimeter meines Körpers liebe ich und ich bin so unendlich dankbar, dass ich endlich!!!!!!!! nicht mehr das Gefühl verspüre, mir fremd zu sein oder neben mir zu stehen. Ich konnte mich nie wirklich fühlen und spüren. Es fühlte sich immer an, als würde ich in einer fremden Hülle mit einem fremden Inneren wohnen. Das kann sich wirklich niemand vorstellen, der das nie durchmachen musste und ich wünsche es auch niemandem, denn genau das war wirklich das SCHLIMMSTE, womit ich über 20 Jahre zu kämpfen hatte. Und ich bin sehr traurig, dass es genau in der prägendsten Phase meines Lebens - nämlich der Kindheit - so war. Ich würde mit meinem jetzigen Wissen so gerne meine Kindheit noch mal durchleben. So schade, wenn Kinder keine Kinder sein können, weil sie immer damit beschäftigt sind, irgendwem zu gehorchen und ihn zu analysieren, damit man immer weiss, ob man ein gutes Kind oder doch nichts wert ist. Nun fühle ich mich endlich und weiß wer ich bin. Die Reise hat sich gelohnt.

Ich L E B E - und das ganz B E W U S S T. Selbstbewusst.

Leider machen nur die Wenigsten diese Erfahrung, weil sie funktionieren müssen. Diese Gesellschaft lehrt einen von Anfang an, sich irgendwie schlecht fühlen zu müssen und wenn man das tut, dann baut man eine innere Blockade auf und hört auf bzw lernt nie, sich selbst WIRKLICH kennenzulernen und mit sich selbst wahrhaftig im Reinen zu sein.

Ich bin glücklich, dass ich diese Erfahrung machen durfte und nun L E B E. Ich wünsche es jedem Menschen!

Ich bin Lisa, 25 Jahre und hab ein paar Schrauben locker, aber damit bin ich ganz zufrieden :)
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